1991-02-24
Sudd, ausgedehnte Sumpflandschaft im Süden der Republik Sudan, südwestlich von Malakal, beiderseits des Weißen Nils einschließlich Bahr as-Saraf bis zum Bahr al-Ghasal im Westen; von wuchernden Wasserpflanzen weitgehend zugewachsen; starker Wasserverlust (bis 60%) vorwiegend durch Verdunstung; Umgehung bezw. Nilumleitung (zur Erhaltung der Wassermenge) durch Kanäle zwischen Bor bezw. Jonglei und Taufikijja geplant.
Das Große Duden-Lexikon, Band 7, Seite 770
Das Duden-Lexikon beschreibt den naturgeografischen Sudd, der den Nord-Süd-Verkehr auf und entlang dem Nil immer behindert, oft unterbrochen und jedenfalls vermindert hat. Der natürliche Sudd hat die Ausbreitung des Islam nach Süden - wenn wir davon absehen, daß sie entlang der Ostküste Afrikas auf dem Seewege bis nach Mozambik und Madagaskar gut gelungen ist - bis heute erschwert.
Neben diesem natürlichen Sudd gibt es jedoch auch einen religiös-kulturellen Sudd, der ebenfalls das Wachstum des Islams nach Afrika hinein unterbinden soll. Dieser religiöse Sudd ist kein Ergebnis der Natur, sondern die bewußte und systematische Planung christlicher Missionsinstitute in Europa und Nordamerika. In den wissenschaftlich-religiösen Generalstäben christlicher Missionsanstalten der Nordkontinente ist bezeichnender Weise auch die Rede von der Barriere Duala-Jaunde-Bangui-Wau-Addis Abeba-Asmara. Diese Barriere soll den Islam auf seinem Weg in den Südteil Afrikas aufhalten. Es ist eine Isolationsbarriere auf dem Weg der Religion Gottes.
Entlang der den ganzen afrikanischen Kontinent durchquerenden strategischen Linie werden alle christlichen Finanzmittel und Entwicklungsprojekte christlicher Staaten geschickt mit politischen staatlich-militärischen Interventionen gekoppelt und Schwerpunkte gebildet (Universitäten, Radio- und TV-Stationen, Krankenhäuser, Schulen, Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, Guerilla-Armeen usw.). Entlang dieser Linie läßt sich eine Kette christlicher Forts erkennen, die, ähnlich den Forts im amerikanischen "Wilden Westen" des 19.Jahrhunderts oder den zionistischen Siedlungskolonien in Palästina, zunächst den islamischen Nord-Süd-Verkehr unterbinden und dann die starken Zentren christlicher Ausbreitung werden: Duala, Jaunde, Bangui, Wau, Malakal, Addis Abeba, Asmara.
Erstaunlich ist die Konzentration auf die Aufgabe. Erstaunlich und für den Islam ein unerreichtes Vorbild! Es werden kaum noch Versuche unternommen, nördlich der "Sudd-Linie" Fuß zu fassen. Nigeria und Zentral-Kamerun, die Ebenen des Schari und Logone, der Dar-Fur gelten als "vorerst verlorenes Gebiet". Um so stärker gilt die Aufmerksamkeit allen Regionen südlich der "Sudd-Linie". Während die Republik Tschad schließlich trotz aller französischen Militär-Interventionen muslimisch bestimmten Kräften überlassen wurde, wachen die alten Kolonialmächte England und Frankreich darüber, daß in der Zentralafrikanischen Republik, in Uganda, Kenia und Äthiopien keine islamische Kraft Einfluß gewinnt. Während Idi Amin, Bokassa und Nguema (Rio Muni) zuerst von der publizistischen Monopol-"Weltmeinung" diffamiert und als Horrorfiguren hingestellt und anschließend gestürzt wurden, arrangiert sich die "christliche" Welt überall mit stalinistischen Massenmördern schlimmster Sorte, wenn das in ihr langfristiges Konzept paßt. So werden alle Schlächtereien des Derge in Äthiopien großherzig verziehen (ähnlich wie der Westen den Massenmörder Pol Pot als angeblich legitime Regierung von Kambodscha anerkennt und unterstützt), aber jede islamische Verteidigungsmaßnahme wird mit Aufschreien heuchlerischer Empörung der westlichen Presse angeprangert als böse Aggression.
Leider hat die islamische Welt diese perfide Strategie des "christlichen" Abendlandes immer noch nicht völlig durchschaut, obwohl sie so alt ist wie die Kreuzzüge.
Schon im europäischen Mittelalter hoffte die Christenheit, daß sich im Rücken des Dar-ul-Islam ein christliches Königreich finden ließe, mit dem sie in ein Kriegsbündnis treten könne, um den Islam einzukreisen. Damals erzählten die Christen die anfeuernde Legende von einem "Priesterkönig Johannes" oder "Prester Johannes", der abwechselnd in Turkestan, im Kaukasus (Armenien) und in Äthiopien vermutet wurde. Bereits im 13.Jahrhundert christlicher Zeitrechnung wurden Forschungsreisende wie Marco Polo, reichlich finanziert aus Venedig, später Schiffe aus Portugal ausgesendet, um diesen Priesterkönig Johannes zu finden und ihm Bündnisverträge europäischer Staaten zu unterbreiten. Die Umsegelung ganz Afrikas und dann der Erde durch Portugiesen sowie die Entdeckung Amerikas durch Columbus waren geplante Folgen der jahrhundertealten Absicht der Christenheit, den Dar-ul-Islam einzukreisen, um ihn danach immer fester abschnüren, in Stücke zerlegen und atomisieren zu können.
Dies war das große außenpolitische Programm des westeuropäischen Imperialismus, seit im Jahre 1187 Jerusalem den Kreuzrittern entglitten und an den Islam zurückgefallen war: die Zerstörung des Islam, die psychische, kulturelle, physische und religiöse Versklavung und Vernichtung aller Muslime, die Wiedereroberung Palästinas und Jerusalems.
Vielleicht meint man jetzt, hier würde ein Vortrag über die mittelalterliche Geschichte Europas referiert? Aber nein, wir sprechen von einer religiösen und politischen Strategie der Christenheit, die sehr aktuell ist!
Dieses weltumspannende außenpolitische Eroberungs-Programm des abendländischen Christentums ist seit 1918, seit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches nämlich, weitgehend in die Tat umgesetzt worden. Damals besetzte Britannien Palästina, das es ab 1947 endgültig in die Hände der Zionisten gleiten ließ. Diese Zionisten jedoch sind Europäer durch und durch. Zionisten sind gründlich assimilierte chauvinistische und rassistische Europäer, deren Vorfahren zwar Juden waren, die selbst aber keine Juden sind. Juden waren ihre Vorfahren zwar, aber auch diese stammten überwiegend nicht aus Palästina. Sephardische Juden waren selten unter den Zionisten. Die meisten Zionisten waren Aschkenasi, d.h. sie stammten von einem judaisierten Volk am Schwarzen Meer ab, von den Chasaren (siehe dazu Arthur Koestler, Der 13.Stamm, London). Wie auch immer: die Zionisten sind wie die mittelalterlichen Kreuzfahrer nur die Statthalter des euro-amerikanischen Imperialismus an der Levanteküste des Mittelmeeres.
Diese Tatsache verliert leicht aus den Augen und aus dem Sinn, wer sich allzu sehr beeindrucken läßt von den Rivalitäten unter den westlichen Imperialisten und Welteroberern. Solche Rivalitäten hat es auch unter den mittelalterlichen Kreuzrittern und ihren Heimatstaaten gegeben. So gibt es auch heute taktische Meinungsverschiedenheiten zwischen den Zionisten des Staates Israel und den Regierungen in London und Washington. Es gibt auch Machtkämpfe zwischen den Zionisten, die seit 1917 eine politisch-militärische Interventions-Streitmacht für die Engländer und Nordamerikaner sind, und dem römisch-katholischen Europa, dem Vatikan, der mittels seines "Degens" Frankreich eine andere Zielsetzung hat: Der Papst und Frankreich wollen nämlich Jerusalem "internationalisieren", d.h. zu einem "unabhängigen" Stadtstaat eines Patriarchensitzes analog dem Vatikan-Staat in Italien machen sowie Palästina und den Libanon zu christlichen Staaten arabischer Sprache.
Aber diese Rivalitäten zwischen den beiden Mächtegruppen USA-UK-Zionismus und Vatikan-Frankreich dürfen von Muslimen nicht überschätzt werden! Beide Mächtegruppen sind prinzipiell Feinde des Islam und der Araber! Gewiß müssen ihre Differenzen von den Muslimen taktisch zum eigenen Vorteil ausgenutzt werden. Aber das islamische Ziel kann nur die Wiedergewinnung von Palästina und Jerusalem El-Kuds für den Islam sein!
Selbstverständlieh besteht ein Zusammenhang zwischen dem Zionismus als Agentur des westlichen Imperialismus und der Afrika durchquerenden religiösen "Sudd-Linie". Denn längst spielt das Land des "Priesterkönigs Johannes", Äthiopien, seine altgewohnte Rolle als Feind des Islam im Rücken des Islam weiter. Die "neue Religion" heißt seit zwei Jahrzehnten Marxismus-Leninismus und seine Priesterkaste sind die Offiziere des Derge und die Funktionäre der Kommunistischen Partei. Doch Methoden, kulturell-religiöse Identität und Ziele sind dieselben wie zur Zeit der äthiopischen Kaiser und ihrer christlichen Kirche.
Die Kaiser von Äthiopien waren immer Verbündete des europäischen Imperialismus. Europa hat das auch honoriert. Als es im 19.Jahrhundert christlicher Zeitrechnung ganz Afrika kolonisierte, durfte der Kaiser von Äthiopien ebenfalls Kolonien erobern: Das gesamte heutige Äthiopien südlich des 10.Breitengrades wurde erst im 19.Jahrhundert dem Negus Negesti unterworfen. Die dortige Bevölkerung, alle Nichtamharen, wurde unterdrückt und enteignet, ihr Land fiel an die christlichen Eroberer. Die danach errichtete neue Hauptstadt Addis Abeba steht auf geraubtem Boden, auf der Erde des Oromo-Landes!
Heute glaubt man, daß außer in Südafrika alle früheren Kolonien beseitigt seien. Ein großer Irrtum! Zwei Drittel der Oberfläche des heutigen Äthiopien sind noch immer Kolonialland, das befreit werden müßte! Der äthiopische Staat steht auf keiner besseren Grundlage als der Staat der südafrikanischen Rassisten. Die Rasse der Amharen war und blieb die Herrenklasse über die Nicht-Amharen wie die Buren die illegitimen Herren aller farbigen Südafrikaner sind.
Ähnlich wie Israel war und ist Äthiopien nur der kolonialistische Statthalter des westeuropäisch-amerikanischen Imperialismus auf einem Kontinent, der rechtens islamisch bestimmt ist.
Äuch im Falle Äthiopiens läßt sich die bekannte inner-imperialistische Konkurrenz beobachten. Auch hier treffen wir auf ein ständig rivalisierendes und friedloses, weil ungerechtes politisches Verhalten, das bedingt ist durch die anti-ethische "Freiheit" des Christentums und seines gewissenlosen Kapitalismus. Schon im 19.Jahrhundert versuchte das katholische Italien, Äthiopien zu annektieren. Das mißlang. Aber es gelang dem italienischen Diktator Mussolini mittels Gasangriffen auf die unterbewaffnete äthiopische Armee. Auch Mussolini scheiterte nach wenigen Jahren. Das Ziel des Vatikan war die Integrierung Äthiopiens in das römische Imperium, das Fernziel war die Katholisierung der äthiopischen Christen. Auch hier läßt sich die konkurrierende Zielsetzung der vatikanisch-lateinischen Mächtegruppe und der englisch-amerikanischen Mächtegruppe wie im Falle Palästinas beobachten. Und auch hier siegten die Anglo-Amerikaner, deren bewährte Herrschaftsmethode der "indirect rule" und des kulturellen Liberalismus, d.h. der religiös-ethischen Indifferenz, es gestattete, Äthiopien in das anglo-amerikanisehe Gebäude der Weltherrschaft einzufügen.
Doch in den 60er Jahren war das Äthiopien Haile Selassies für die Ausbeutung durch die Börsen Londons und New Yorks allzu unergiebig geworden. Das System des Negus Negesti war ineffizient, radikale Modernisierungen mußten dringend durchgesetzt werden, sollte die Ausbeutungsrate des Landes und seiner Bevölkerung steigen. In solchen Fällen scheut der Westen keine Revolution! In solchen Fällen übergibt er die blutige Arbeit der Revolutionierung und Modernisierung zweckmäßiger Weise für einige Jahrzehnte jener Abteilung der "christlichen" Welt, die seit 1917 auf sie angesetzt worden war und sich am besten auf sie versteht: dem internationalen Apparat der Kommunistischen Partei und dem bolschewistischen Sowjet-Rußland.
Hat einmal die "sozialistische" Revolution die traditionellen Strukturen eines Landes gründlich zermalmt, dann kann die westliche "Befreiung vom Kommunismus" eintreten mit all ihren blumigen Versprechen von Massenkonsum und hohem Lebensstandard sowie Luxusgütern für die neue herrschende Schicht. Dann kommt auch die bürgerliche Demokratie an die Stelle der sozialistischen Demokratie, und die totale Herrschaft der marxistisch-leninistischen Nomenklatura wird abgelöst von der ebenso totalen Herrschaft westlich erzogener Reicher und Manager. Dann ist endlich die Zeit gekommen für Ausbeutungen in breiterem Maße denn je zuvor, weil der atheistische Marxismus-Leninismus alle traditionellen ethischen und kulturellen Barrieren beseitigt, alle Stämme sozial atomisiert und proletarisiert, alle Menschen wurzellos gemacht hat.
Es mehren sich die Anzeichen, daß diese demokratisch-kapitalistische Ablösung des marxistischen Derge-Regimes in Äthiopien ebenso bevorsteht, wie vor zwei Jahren die Ablösung der mittelosteuropäischen realsozialistischen Regimes auf der Tagesordnung gestanden hat. Moskau hat alle Hände damit beschäftigt, die Zerlegung der UdSSR in kapitalistische Einzelstaaten zu verhindern und wird nichts für das Regime in Addis Abeba tun können.
Auf diese "Befreiung" Äthiopiens sind die christlichen Missionswerke längst gründlich vorbereitet. Sie werden die Alphabetisierung der Bevölkerung beschleunigen, Radio- und Fernseh-Stationen errichten, mittels derer eine sozial und kulturell entbeinte Bevölkerung im Verhalten des Konsumkapitalismus eingeübt werden kann. Wo das Christentum auftritt, dort schießt die soziale Prostitution neben der sexuellen Prostitution rasch ins Kraut. Das Christentum beseitigt jede sozial-ethische Immunitätsschwelle.
Eine Bevölkerung, die genügend enthemmt ist und der man die gar nicht benötigten "Güter" des Westens durch Presse, Filme, Fernsehen und Reklametafeln so nahegebracht hat, daß infolge der menschlichen Entfremdung und familiär-psychischen Abkühlung eine endlose kompensierende Gier nach Konsumgütern entstanden ist, ist beliebig ausbeutbar und manipulierbar. Der Marxismus hat immer und ungeachtet der Absichten seiner Protagonisten nur als Vorheizmaschine des Kapitalismus gedient. Aber genau so hat auch das durch Paulus vom Gesetz Gottes befreite Christentum gewirkt!
Nicht das Christentum und nicht der Marxismus immunisieren die Völker vor dem zersetzenden und teuflischen Gift des Kapitalismus, sondern nur der Islam mit seinen konsumhemmenden Gesetzen. Deshalb kann der Westen den Islam nicht in seinen Dienst stellen. Er kann zwar einzelne Muslime korrumpieren, aber er kann nicht den Islam selbst zu seinem Werkzeug degradieren. Das Christentum entspricht mit seiner paulinischen Freiheit vom Gottesgesetz genau der sittenlosen Wirtschafts-Freiheit des Kapitalismus. Der Marxismus mit seinem Mangel an einer absoluten, von Gott gegebenen Ethik sowie seinem ständigen Appell an den (Klassen-) Egoismus sowie seinem alten Versprechen einer grenzenlosen Konsumgesellschaft, einem grenzenlosen Schlaraffenland ohne Klassen und Pflichten konnte seine Massen nicht immunisieren gegen den ständigen Reiz des Konsumkapitalismus. Gegen den Kapitalismus hält nur der Islam stand. Und deshalb ist er der Todfeind des Kapitalismus. Und deshalb haßt der Kapitalismus seinen Todfeind und ist entschlossen, ihn kompromißlos zu vernichten. Total zu vernichten!
Während der christliche Westen seine Moskauer Unterabteilung gelassen in Äthiopien das Mahlwerk verrichten ließ, unterstützte er im Sudan die anti-islamische Rebellion. Dieser Bürgerkrieg dauert mit Unterbrechungen nun schon drei Jahrzehnte lang an. Seine lokalen Zentren sind unzweifelhaft die christlichen Missionsstationen, im Sudan wie in den Nachbarländern des Sudan. Die Gelder für die Guerilla werden in Europa und Nordamerika gesammelt, mit ihnen werden Waffen gekauft und in den Sudan eingeschmuggelt. Dabei konnte fortwährend im Südsudan eine anti-islamische Allianz von Kommunisten und kapitalistischen Christen mühelos beobachtet werden.
Angesichts dieser planetarischen christlichen Strategie hat sich die muslimische Welt leider nie zu einer bewußten und koordinierten Konteroffensive gegen die Schaffung der "Sudd-Linie" quer durch Afrika aufgerafft. Immer wieder haben egoistische und nationalistische kleinliche Interessen den Kampf gegen die "christlich"-kapitalistisch-marxistische Allianz im Sudan unmöglich gemacht.
Es ist deshalb heute unbedingt erforderlich, daß sich die muslimische Welt einigt und große Finanzmittel aufbringt, um folgende strategische Vorhaben zu ermöglichen:
a.) Im Südsudan muß eine militärische Offensive stattfinden, die nicht nur zu vorübergehenden, sondern zu bleibenden Erfolgen führt. Nach dem Sieg des Islam im Südsudan muß eine systematische Äufbauarbeit das zurückgewonnene Land stabilisieren. Dabei soll die Besiedelung durch Äraber und Muslime anderer Völker (z.B. Pakistani und Bangla Deshi) ein Netz von mittelgroßen Städten und Farmen entstehen lassen, deren Produktivkraft allen Stämmen des Sudan zugute käme.
b.) Die antikommunistischen Widerstandsbewegungen in Äthiopien müssen koordiniert, militärisch aufgerüstet und unter ein gemeinsames Oberkommando gestellt werden, bevor der westlich-"christliche" Kapitalismus sich mit dem Derge einigt oder an seine Stelle tritt. Es müßten die Ziele des Krieges gegen den Derge offen genannt werden, nämlich
1. die Abschaffung des Sozialismus und der Sturz des Derge;
2. die Unabhängigkeit Erythreas;
3. die Konföderation von Tigrai und Gondar und Goyam;
4. die Rückgabe des somalisch besiedelten Teils des Ogaden an Somalia;
5. die Gründung eines unabhängigen Staates der Oromo aus den heutigen Provinzen Harerge, Bale, Welo, Schowa, Gamogafa, Kafa, Ilubabor, Wolega und Arsi mit der Hauptstadt Addis Abeba.
Nur durch eine offene Nennung dieser Ziele ist überhaupt die massenhafte Mobilisierung und Motivierung möglich, die eine effiziente Koordination der geknebelten, terrorisierten, hungernden Stämme schafft.
Die islamischen Kräfte müssen ehrlich aussprechen, daß sie die Wiedererrichtung des christlichen Alt-Äthiopien (Tigrai, Gondar, Goyam) wünschen und fördern, aber ebenso leidenschaftlich ein islamisches Erythrea, Somalia und Oromoland wollen.
Nur durch eine voll bewußte und systematische islamische Strategie ist es möglich, der "christlichen" "Sudd"-Planung quer durch Afrika erfolgreich zu begegnen. Entweder der Islam breitet sich in ganz Afrika aus und sprengt somit den "christlich"-europäischen Einkreisungsring, der vor 500 Jahren mit der Suche nach dem Reich des "Priesterkönigs Johannes" geschmiedet und seither immer enger gezogen wurde. Oder der Islam bleibt dabei, nur lokal beschränkt und ohne Überblick auf die "christliche" Offensive in Afrika zu reagieren, statt selbständig und selbstbewußt zu agieren. Bleibt es beim bisherigen passiven Reagieren, dann verraten die Muslime ihre von Gott gegebene Aufgabe, der gesamten Menschheit eine planetarische Friedensordnung in Gerechtigkeit und nach dem Gesetz Gottes zu geben.
Wollen die Muslime, denen Gott staatliche Macht oder viel Geld gegeben hat, diese große und unverzeihliche Sünde begehen? Wollen sie etwa schweigen zu diesem Vorschlag einer islamischen Gegenoffensive im Südsudan und in Äthiopien? Dann wird der Fluch Allah taalas auf sie fallen!
Wir hoffen zu dem Einen und barmherzigen Gott, daß Er vielen Muslimen, insbesondere den Mächtigen und den Reichen, die intellektuelle Einsicht und die moralische Kraft und das seelische Feuer der Gefährten unseres Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, verleihen möge, die Äufgabe des Islam konsequent zu Ende zu führen!
Es lebe der revolutionäre Welt-Islam! Es lebe der islamische Sudan! Es lebe das islamische Somalia! Es lebe das islamische Erythrea! Es lebe die islamische Republik der freien Oromo!
(bisher unveröffentlicht)
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