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kokhaviv publications

Kritisches Forum

Der Krieg ist der Vater der Dinge. Heraklit

2003-06-03

Ali Nerter und Tarik Erich Knapp

Diagnose und Therapie als Remedur

Leserbrief

Avram Kokhavivs Rezension des Buches "Ökumenischer Djihad" des katholischen amerikanischen Priesters Peter Kreeft hat uns gleichermaßen überrascht und erstaunt.

Deshalb wenden wir uns in folgendem Leserbrief gegen seinen Tenor.

Kokhaviv selbst hat immer gerade jene Mißstände, die Kreeft hauptsächlich gegen die Moderne aufbringen, gegeißelt und dagegen zur abrahamitischen Gegenoffensive aufgerufen.

Wir meinten uns deshalb mit ihm in den Grundfragen völlig einig.

Er selber schreibt, daß Kreeft ihm "buchstäblich aus der Seele" spricht.

Aber just an der Stelle eines mutigen Buches, an der uns bezw. T. E. Knapp eine wehmütige Erinnerung an seine katholisch geprägte, indessen gleichzeitig nazistisch verstörte Kindheit (1942) ins Gedächtnis trat, nimmt Kokhaviv Anstoß.

Auch wir waren vom Mittelteil des Kreeftschen Buches ob seiner allzu theoretischcn Auslassungen gelangweilt.

Wir haben sogar üherhaupt nicht zu dem konstruierten Trialog zwischen Thomas von Aquin, Martin Luther und C. S. Lewis Stellung genommen.

Auch zu dem Kapitel "Eucharistie und Ökumene" läßt sich, abgesehen von einer Kindheitsreminiszenz, nur noch ergänzen, daß infolge des Ausbleibens einer antirassistischen Enzyklika des Papstes für den Betroffenen nur noch eine Reaktion übrig geblieben war:

Wenn er in der Tat die reale Anwesenheit des Fleisches und Blutes von Jesus Christus verspürt hat, so mußte er, als der Volks-Antisemitismus vieler Milieu-Katholiken auch nach Auschwitz skandalöser Weise anhielt, lieber auf den Fleisch- und Blutgenuß verzichten und sozusagen "Vegetarier" werden.

Er wurde sehr folgerichtig zum Muslim.

Als politischer Mensch konnte er auch hinkünftig nicht die Motive des Papstes übersehen, er konnte auch nicht verlangen, daß viele Mitkatholiken ein zu erwartendes Märtyrertum auf sich genommen hätten, jedoch hat ihn damals seine Kirche im Stich gelassen, wie auch die Nonne Gertrud Stein ähnliches empfunden haben mag.

Vegetariar also, religiöser Zwangsvegetarier aus Vernunftsgründen, sobald er in Afrika und Südasien auf Farbige gestoßen war, die ihn als ihresgleichen gelten ließen und aufnahmen.

Was kann man in der Frage der Eucharistie denn von einem katholischen Theologen anderes erwarten als das, was Kreeft geschrieben hat?

Erwarten kann man allerdings von der römischen Amtskirche - hingegen weniger von der populistischen "Kirche von unten", die den letzten Kirchentag bestimmt hat -, daß sie JETZT endlich eine Antirassismus-Enzyklika erläßt und breit herausstellt, die, angefangen mit der hinduistischen Kastentyrannei, tendenziell das gesamte herrschende kapitalistische Unrechtsregime auf der ganzen Welt zum Einsturz bringt.

Wir Abrahamisten müssen sozusagen die katholische Welt "aufhetzen", daß sie sich auf ihre abrahamitischen Prinzipien zurückbesinnt, daß sie sich zum Mut entschließt, daß sie endlich Ernst macht mit der Botschaft des Juden Jesus-Isa.

Wir Abrahamisten müssen das tun und nicht Mutige wie Kreeft durch ängstliche Krittelei entmutigen!

Das ist unsere Aufgabe und nicht ein Wühlen in gescheiten und komplizierten theologischen Kleinfragen!

Solche Petitessen sind der Schutt vergangener Jahrhunderte, wie die Kreuzzüge etwa.

Was kümmert uns Heutige der Scheiß!!

Daß ein katholischer Theologe unseres Wissens erstmals den Ausdruck "Jihad" billigend in den Mund genommen hat, ist für solch einen Menschen übergenug.

Wir abrahamitischen Volksverhetzer und Kirchenvolksaufhetzer sollten siegesgewisser sein und stärker auf Gott vertrauen.

Allein in den USA ist die Zahl der Muslime auf jetzt acht Millionen angewachsen.

Auch in Westeuropa steigt ihre Zahl.

Wir sollten deshalb nicht aufhören, die übervorsichtige katholische Amtskirche davor zu warnen, daß sich eines Tages der Hochhuth-Skandal wiederholen könnte, wo ein Papst gefragt werden konnte, ob er zum Holokaust an den Juden durch Schweigen die Billigung erteilt habe.

Peter Kreeft hat eine brillante Diagnose gestellt und eine gute Therapie verschrieben.

Die moralisehe Krankheit des Westens und damit der durch Infektion bedrohten Menschheit ist dermaßen riesig, daß eine zahme Therapie nicht mehr hilft.

Eine radikale Remedur muß her!

Es muß geschnitten werden!

Es muß der abrahamitisch-mosaisch-jesuanisch-muslimische Dschihad gebilligt und offen und breit erklärt werden.

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