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kokhaviv publications

Kritisches Forum

Der Krieg ist der Vater der Dinge. Heraklit

2003-09-15

Bruno Josef Jr.

Brief an die deutschen Jeckes

Sehr geehrte Damen und Herren,

der geplante nazistische Mordanschlag zum nächsten 9. November auf das künftige jüdische Gemeindehaus in München gibt allen Menschen guten Willens genug Veranlassung, nun energisch den schon wieder Bedrohten, zu denen auch die Gastarbeiter und die Muslime zählen, menschliche Solidarität und Empörung zu bekunden über diesen neuerlichen Versuch in Deutschland, Streit, Entsetzen und Zorn zwischen den Herkunftsgemeinschaften zu erzeugen.

Daß es trotz aller Aufklärungsbemühungen, trotz aller Erfahrungen mit dem kriminellen Charakter des Nazismus und Antisemitismus immer noch "Fremden"-Hasser, Juden- und Muslimmörder und Nazis in diesem Land gibt, muß endlich alle Menschen guten Willens veranlassen, vom deutschen Staat energischere Schritte als bisher einzufordern:

  1. Die Änderung des Artikels 102 GG, insofern die Todesstrafe für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen das friedlich-schiedliche Zusammenleben der menschlichen Familie wieder eingeführt wird. Die seinerzeitige Abschaffung der Todesstrafe im Parlamentarischen Rat war Folge der damals allgemeinen Empörung über die Naziverbrechen. Sie wurde indessen auch verursacht von der Basis gewisser Parteien, die eine adäquate Bestrafung der Naziverbrecher hintertreiben wollten.
  2. Der Aufruf an alle ehemaligen Staatsbürger des Deutschen Reiches und ihre Nachkommen, wieder die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, die durch eine Rückerstattung ermöglicht wird. Das Ziel einer solchen Politik sollte sein, jene 500.000 jüdischen deutschen Staatsbürger wieder zu gewinnen, wie es sie bis 1933 gegeben hat. Gewiß würde das die Ziele des Zionismus erheblich stören, die ohne eine faktische "Kooperation" zwischen Nazismus-Antisemitismus und Zionismus unmöglich erreicht worden wären. Aber just jene Unfähigkeit des Zionismus, den Juden eine sichere Heimat zu schaffen, sollte heute energische Maßnahmen gegen das weitere Anwachsen der Xenophobie erleichtern, bevor der nächste Weltbürgerkrieg ausgebrochen ist.

Auch diese beiden Forderungen gehören zu einer Politik des wahren deutschen Weges!

Mit allen Wünschen für eine bessere Zukunft und solidarischen Grüßen,

gez. B. J. Jun.

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