2004-04-04
Zur Sättigung mit Information tritt ein neuer Hunger
Am Ende eines Blocks sollte man aufmerksam genug sein, das Ende auch zu bemerken, und nicht einfach weiter fahren, als wäre nichts geschehen...
Die shiitische Revolution Khomeinis ging von Paris aus, selbst Peter Scholl-Latour war mit von der Partie.
Der amerikafreundliche Shah mußte abdanken und wurde verjagt, dann kam der Krieg mit dem Iraq.
Shia und Iran hatten im globalen Spiel vorerst ausgedient...
Nun stehen wir vor dem Iraq und seiner shiitischen Mehrheit, die offenbar nicht nachgeben will.
Die USA müssen sich einfallen lassen, daß ihnen zupaß kommt, wenn andere jetzt das Ruder übernehmen:
Mittelfristige Arbeitsteilung im dauerhaft wechselseitigen euro-amerikanischen Interesse...
Jüngsten Wahlergebnissen und ersten übereilten politischen Konsequenzen zum Trotz macht Spanien Anstalten, dem islamischen Widerstand mit eiserner Faust zu begegnen.
Spaniens Geschichte prädestiniert dazu, den Geist oder Ungeist der Reconquista wieder hervor zu kehren, um Europa vor dem Islam zu bewahren.
Die Vertreibung der Mauren (und Juden) vor der Entdeckung Amerikas sollte den Amerikanern (und Israelis) eine historische Warnung sein.
Auch weil der lateinamerikanische Raum in kontinentaler Arbeitsteilung den Spaniern (und Portugiesen) wieder imperial offen steht.
Die spanischen Offensiven korrespondieren mit einer demütigenden Ironie aus dem asiatischen Raum:
Spanien bleibe nur noch übrig, den Islam um seine Rückkehr zu bitten...
Unverhohlen wird der demografische Faktor ins Spiel gebracht.
Ob Spanien, das mit der basqischen Bewegung nicht fertig geworden ist, seine Kräfte überschätzt, bleibt abzusehen.
Das grüne Licht für "War on Terror" eröffnet den Spaniern gewiß neue, wenn auch vielleicht illusionäre Perspektiven.
Die stille Wiedereroberung Spaniens durch den Islam - eine Gegen-"Reconquista" - hat längst begonnen.
Am Ende könnte die Entwicklung im Nahen Osten Israelis dazu ermuntern, sich den neuen "Mauren" in Richtung Spanien anzuschließen, um die abendländische und die jüngste jüdische Geschichte auch in diesem Punkt zu korrigieren.
Der kürzlich entdeckte maurisch/marokkanische Anteil am "Terror" ist womöglich ein Teil in dieser neuen Kombination einer euro-islamischen Strategie.
Frankreichs jüngste Eingriffe in den Krieg gegen die Basqen runden das momentane Bild ein wenig ab.
Ob die - provozierten - europäischen Reaktionen Zeichen einer zeitweiligen Wiedererstarkung sind, werden wir bald wissen.
Inzwischen geht der vielgestaltige kriegerische Widerstand gegen die Besatzungstruppen im Iraq weiter.