2004-04-27
Die Kunst der Verschlingung
In der öffentlichen Propaganda erleben wir es regelmäßig, daß eine Nachricht alle andern verschlingt.
Im Moment sind wieder einmal Horrorszenarien angesagt.
In Amman sagen sogenannte al-Qaida-Zöglinge um das Phantom Zarqawi aus, sie hätten einen Giftgasangriff auf Sicherheitszentren des Landes geplant.
Das jordanische Fernsehen zeigt aufwendig und wider alle jordanische Gewohnheit Computer-Animationen, in denen eine ganze Reihe von Großbauten in die Luft fliegt.
Der König sagt, es seien wahrscheinlich rund 80.000 Menschenleben gerettet worden.
In Amerika wird vor Atombomben-Attentaten gewarnt.
Alte Atomlabors seien wirklich überalt, und man müsse mit Terrorangriffen rechnen, bei denen Zigtausende sterben werden.
Alles hat immer auch mit Geldmitteln zu tun, die nun natürlich locker gemacht werden müssen, um den angekündigten Schaden zu begrenzen.
Jordanien rückt noch näher an seine amerikanisch-israelischen Sicherheitspartner heran.
Im übrigen entspricht das jordanische Szenario einschließlich der personellen Zuweisung genau dem bei Debka seit langem behaupteten terroristischen Zusammenhang.
Die Berliner Bombendrohung ans Hilton-Hotel ging wie die meisten Berlinitäten zum Schießen aus, komisch ist daran nur, daß man es schon an der Art der Verbreitung einer Nachricht merken kann, welchen Wert sie wirklich hat.
Soeben heißt es, daß aus Damaskus Explosionen gemeldet wurden.
Zarqawi sagt, der König in Amman habe gelogen.