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kokhaviv publications

rebird - Deutschlands Kurier

Beiträge zur demokratischen Eroberung

2005-12-24

Horst Lummert

Nach Wahlen

Die Geschichte holt uns ein

In Deutschland sind erste Stimmen zu vernehmen, die um unsere demokratischen Freiheiten fürchten.

Ein spätes Erwachen, wo die energie-wirtschaftliche Abhängigkeit vom russischen Erdgas auf einmal zu der Mustopp-Frage führt, ob die strategische Pipeline uns politisch erpreßbar mache.

Der Putin-Schröder-Jubel in der National-Zeitung vervollständigt die Gesamteinfärbung preußen-deutsch-russischer Interessenlage, wovon bisher allerdings in Deutschland kaum jemand wissen will.

Wird die Trittin'sche, rundum «korrekte» - von langer Hand strategisch angelegte - rot-grüne Energiepolitik nun die schon überfällige (!) landesweite Grundsatz-Debatte auslösen?

Französische Historiker fragen sich mittlerweile, ob das «politisch Korrekte» auch immer korrekt, nämlich auch wissenschaftlich in der Ordnung sei.

Der Wechsel in der Politik scheint ein wenig für Aufklarung der Geister zu sorgen.

Die deutsche Bundeskanzlerin hat mit ihrer bescheidenen Sachlichkeit und wissenschaftlichen Grundsatztreue ganz wesentlich zu dieser äußeren Veränderung bei getragen.

Manches bleibt noch zu tun.

Die wiederholten Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedjad zu Israel, dem Holocaust und der europäischen, insonderheit deutschen Verantwortung vor der Geschichte haben nicht nur weltweit laute Empörung, sondern auf dem alten Kontinent auch ein stilles Erschrecken hervor gerufen.

Ahmadinedjad hat ja recht mit seiner Behauptung, daß in der westlichen Welt der Holocaust über Gott, die Religion und die Propheten gestellt worden sei.

Zweifel an Gott und der religiösen Überlieferung - ob Torah, Evangelium oder Quran - regen hier niemanden mehr auf.

Wer die Existenz Gottes leugnet, hat im Westen nichts zu fürchten.

Fragen und Zweifel - von Schlimmerem gar nicht zu reden - gehören zum guten Ton, solange sie sich gegen die monotheistischen Religionen und ihre Grundwahrheiten richten...

Blasphemie ist Lästerung - nicht Gottes, sondern - des Volkes Israel in seinem historischen Selbstverständnis.

Blasphemie begeht, wer den Holocaust leugnet.

Er hat schwere Geld- und Freiheitsstrafen zu gewärtigen.

Da gelten keine Ideale der Wissenschaft, keine Freiheit der Forschung; da zählt allein political correctness.

«Unumstößliche» Rechtsmittel sind plötzlich umgestoßen.

Das stille Erschrecken kommt aber aus der Erkenntnis, daß die USA im Mittleren Osten einer politischen Niederlage entgegen sehen und im Falle militärischen Abzugs und strategischen Umdenkens den Staat Israel - so oder so - zur Disposition stellen könnten.

Sollte Israel - bereits ohnehin stark russifiziert - sich irgend wann entscheiden müssen, von Rußland protegiert zu werden oder nach Europa umzusiedeln, wird manch einem der Gedanke, etwa in Deutschland, Österreich... eine neue - gar eigenstaatliche - Bleibe zu finden, nicht so abwegig erscheinen, wie vielleicht heute noch.

Den Deutschen und Österreichern... wäre eine solche Nagelprobe ihrer auf Israel bezogenen politischen Lippenbekenntnisse durchaus zu gönnen.

Alles hängt letztlich vom Großen Bruder ab.

Im übrigen wird Israel sich wieder mit dem Gedanken vertraut machen müssen, daß die Methoden Davids andere sind als die Goliaths.

Tröstlich, jedenfalls für mich, Israel in der Tradition des Ghetto-Aufstands - nicht in der ruhmlosen Geschichte seiner Unterdrücker - wieder zu finden.

«Terror» ist der heilige Krieg der Kleinen und Schwachen um ihre ewigen Rechte - gegen die Übermacht der Gesetzlosigkeit.

Von Gott im Stich gelassen werden - ist die Aufforderung zum Djihad, ist der messianische Impuls.

Gottes Resignation ist die pure Pädagogik.

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