2006-01-08
Finde dich wieder zurecht, zu Recht
Von Israel und seinen Feinden zu einem gemeinsamen Staat
Die Welt ist ja ganz schön durch einander, und da kommt es einem gelegen, wenn gewisse Umstände so etwas wie ein paar Strohhalme bieten, an denen wir uns fest halten können.
Die Lage in und um Israel ist so verworren, daß man daraus nur noch Hoffnung schöpfen kann, denn schlimmer werden kann es ja kaum noch.
Viel gewonnen wäre schon mit einer ernsten Versachlichung im sprachlichen Umgang mit den Dingen, wofür Sharons momentaner Ersatzmann Ehud Olmert eine gute Lösung zu sein scheint.
Olmert ist unaufgeregt, will, wie er kürzlich sagte, nicht mehr siegen, er habe es satt, kämpfen und gewinnen zu müssen, er will einfach nicht mehr auf die alte, bisherige Weise weiter machen.
Wenn der Gesamteindruck nicht täuscht, ist Olmert der richtige Mann in dieser Übergangszeit, und er kann sich in den Monaten bis zur Knesset-Wahl ausreichend profilieren und beliebt machen, um dann auch ins Amt des Premierministers gewählt zu werden.
Zur Vorstellung bzw. zum Begriff des Übergangs zählt allerlei.
Die Gründung eines palästinensischen Staates liegt vielleicht ferner als eine binationale Lösung, die ja auch dem Gedanken an eine Demokratisierung des Nahen Ostens viel näher käme.
Selbst entschiedene Israel-Verteidiger im Ausland tabuisieren dieses Thema nicht mehr.
Über Nacht würden sich die heute noch höchst gefährlichen Problembereiche zu einer praktisch angehbaren Geschäftsgrundlage entspannen und vereinfachen.
Der gemeinsame Staat könnte sich föderativ auflockern und somit einem inneren Wettbewerb dienlich sein.
Die neue Bundesrepublik Palästina/Judaea sollte es vermeiden, ein religiöses Zentrum zur Hauptstadt zu wählen; selbst im Staatsnamen sollten heilige Begriffe nicht erscheinen.
Die älteste Stadt Jericho wäre gleichwohl ein würdiger Ort, wenn nicht eine andere Stadt, an die bisher noch niemand denkt, eine Einigung erleichtert.