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Qimosh - The New Qomish

Wo lassen Sie denken · Où laissez-vous penser? · Rent a brain…

2006-05-12

Koresh Kukafka

Etwas vom Heidentum

Das Heidentum mit dem Gott vom Sinai verbindet ein silberner Faden.

Lange mußten die Heiden sich verstecken, wenn sie leben wollten.

Ihr Lebensrecht war bei Christen, Juden und Muslimen umstritten.

Mit dem Heidentum ging das Urtümliche verloren.

Die Stämme der Heide, der Steppe, der Taiga, der Savanne... sind die bei Jesaja Aufgesparten.

Priesterreligionen zerstörten die unmittelbare Beziehung zu Pflanzen und Tieren.

Den Tieren ist die Seele abgesprochen worden, die Pflanzen stehen noch darunter.

Obwohl der Gott der Torah sich als das Leben definiert, wird später so getan, als hätte er alles vergessen oder dem Menschen unter geordnet, was des Menschen Voraussetzung war und ist.

In den vorbiblischen Kulturen wurden die Tiere - Göttern gleich - verehrt.

In Indien sind auch heute Rinder, Affen, selbst die in Familien lebenden Ratten heilig.

Auf Kosten der hungernden Menschen?

In der monotheistischen Wirklichkeit leben die Menschen nicht besser als zu polytheistischen Zeiten, es gibt Reiche und Arme, die Kluft zwischen ihnen ist unüberbrückbar.

Auch die polytheistischen Religionen waren stadtbezogen, waren der geistige Ausdruck breit und hoch etablierter Reiche, also Zivilisationen.

Die bei Jesaja aufscheinende Zeit der Erlösung läßt sich als Befreiung aus der Stadtkultur definieren.

Wo Menschen, Tiere und Landschaft zusammen leben und zu einander passen, da können Lehrer, Gott und seine Priester sich zur Ruhe setzen oder auf Wanderschaft gehen.

Der Monotheismus vom Sinai erhält seine Bedeutung über den Jahrzehnte währenden Nomadenzug durch die Wüste.

Ohne den innigen Bezug zu den wandernden Stämmen wird der Monotheismus - wie jede andere etablierte Großreligion - zu einer städtischen Zwangseinrichtung, der sich die Menschen unterwerfen sollen.

Per Hochkultur verliert der Mensch die ihm eingeborene Freiheit.

Seßhaftigkeit ist Dekadenz, ist die Kultur des Sterbens.

Mach dir die Erde untertan, heißt nicht, versklave und unterdrücke sie, sondern geh über sie hinweg bis ans Ende deiner Zeit.

Ruhe, wo du ausruhen mußt, und geh weiter, wenn im Osten die Sonne aufgeht, wandere durch die Kühle der Nacht, um die himmlischen Zeichen und Wunder zu erleben.

Was die Stadtreligionen Heidentum nennen, ist eine Welt, aus der Gott sich zurück ziehen durfte.

Der Gott vom Sinai, der den menschlichen Kontakt suchte, nannte uns Ort und Umstände.

Er erschien dem Mosheh nicht am Palast des Pharao, sondern im brennenden Dornbusch, in den Bergen, am Rande des Wegs.

Nur wenn die großen Lehren und Glaubensvorstellungen diese Verbindung wieder herstellen, wenn sie die Pfade zurück ins Paradies weisen und Gerechtigkeit garantieren, sind sie es wert, auch angenommen zu werden.

Wir müssen uns aus den überkommenen Schulen und Lehren befreien, wenn die erworbene Erkenntnis uns dazu nötigt.

Die freie Entscheidung steht als neuer Anfang am Ende jeder Abhängigkeit von Lehrern und Schriften.

Wenn Gott das Leben ist und wir uns eines Tages zwischen seinen Schriften und dem Leben entscheiden müssen, haben wir, denke ich, keine Wahl.

Die Erziehung zur Freiheit gibt uns das Rüstzeug zur Befreiung aus der Erziehung.

Das ist Initiation und Individuation zugleich.

Den Befreiten wird auch ein gutes Buch - das beste selbst! - nicht von der Betrachtung der Landschaft und der Freude am göttlichen Schöpfungswerk abhalten können.

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