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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2007-01-31

Avram Kokhaviv

Die zwei Bedeutungen der Ablösung

Ich löse mich ab, ich werde abgelöst.

Der Begriff der Moderne ist nur auf den euro-amerikanischen Westen anzuwenden.

Was im Westen untergeht, geht nicht zwangsläufig auch anderswo oder überall unter, sondern irgendwo auf.

Wenn die Moderne wesentlich und historisch aus der abendländisch-christlichen Welt hervorgegangen ist, so wird auch ihr Rücklauf in diesem - westlichen - Kulturkreis geschehen.

Die dunkle Aussicht ist ein Kulturpessimismus, keine globale Untergangslegende.

Wenn die deutsche Nähmaschinen-Industrie zugrunde geht, blüht die vietnamesische oder malaysische vielleicht auf.

Westliche Firmen lassen östliche Arbeiter für sich malochen, weil die billiger sind.

Das globale Ende der Moderne jedoch, wie es hier an anderer Stelle gedacht worden ist, folgt - hypothetisch - aus dem Ende der Elektrizität - der Elektrizität an sich! -, nicht dem so oder so bedingten Zusammenbruch der Stromversorgung.

Der Westen ist die Brutstätte, das Labor, das Ingenieursbüro, wo die moderne - naturwissenschaftlich, technisch, technologisch beseelte - Industriezivilisation entstand.

Die kulturgeschichtlich sogenannte Moderne breitet sich aus, ist heute der politische Beweggrund, die wirtschaftliche Antriebskraft und privat unbegrenzte Möglichkeit, zu Macht, Ansehen und Wohlstand zu kommen.

Wenn dieser Goldesel nicht das Nebenergebnis einer genetischen Verfehlung der Natur ist, sondern ein Resultat kosmischer Bedürfnisse und Zielvorstellungen, dann ist der menschliche Wohlstand sozusagen im Plan Gottes festgelegt...

Konsequenterweise auch die Elektrizität und ihre private und ökonomische Nutzung.

Womöglich befördern aber die himmlischen Kräfte unsere Welt über die menschlichen Erbfaktoren - vermittels genetischer Mutation.

Die andere Überlegung nämlich, daß die Moderne ein griechisch-hellenistisches Grundphänomen sei, das den Tendenzen des Universums und dem Willen Gottes zuwiderlaufe, kommt zu Hand und Fuß erst mit dem - quasi gegenrassistischen - Gedanken, daß der moderne hellenistisch-globalistische Westen als biologische Existenz-Bedingung einen genetischen Fehler als Rassemerkmal mit sich herumtrage und weitervererbe.

Auch hier eine Abstrusität, die sich vor sich selbst verbirgt.

Ich gebe zu, daß ich mit diesen Überlegungen keinen Schritt weitergekommen bin.

Die weiße Rasse verdankt ihre unbestrittene technische Überlegenheit einem tief sitzenden Unterlegenheitsgefühl.

Die weiße Rasse erlebt sich als farblos, blaß, physisch-biologisch, vital, seelisch und geistig dürftig ausgestattet.

So mangelt es ihr an natürlicher Lebenskraft, jener Elektrizität, die beim Ausziehn im Pullover knistert, an Metall und von Mensch zu Mensch überspringt...

Was fehlt, braucht einen Ersatz.

Die zivilisatorischen Errungenschaften dienen nicht allein der Flucht aus einer unerträglichen Gegenwart.

Im Fliehtrieb ist der Wettlauf, die Rivalität, lauert der Eliminierungs- und Vernichtungskrieg, die Auslöschung jener, denen die weiße Rasse sich insgeheim - geistig, künstlerisch, ästhetisch, aber auch ethisch und historisch - unterlegen weiß oder wähnt.

Der Rassismus der Weißen beginnt mit Sonnenbrand und Solarium-Kult, wo - auf Kosten der Gesundheit - ein großer zeitlicher und materieller Aufwand getrieben wird, um den Farbigen gleich zu werden.

Die Weißen wollen sein wie jene, die von ihnen als primitiv und infantil verspottet, offen verachtet und heimlich bewundert werden.

Die gesamte Technik der industriellen Effizienz dient letzten Endes der Überwindung einer menschlichen Unzulänglichkeit.

Die weiße Rasse - offensichtlich mit sich unzufrieden - ist täglich, ja stündlich damit beschäftigt, sich schöner, jünger, vitaler, tendenziell unsterblich zu machen oder doch erscheinen zu lassen.

Die Moderne - kollektiv-kultureller Ausdruck der weißen Rasse - überbietet noch den prometheischen Mythos der Arroganz vor den Göttern.

Von der weißen Rasse abgelöst, verliert die Kultur der Moderne den Kontakt mit dem genetischen Urmotiv.

Dem übrig gebliebenen Gerät fehlt die Seele seines Ursprungs.

Es ist also die Frage, ob die westliche Zivilisation - als spezifisch industrielle Produktionsgesellschaft - sich auf andere Völker und Rassen, denen die besagten seelisch-körperlichen Merkmale fehlen, übertragen läßt...

Die Frage, ob machtpolitisch-strategische Vernunft die asiatischen Staaten antreibt, mit dem Westen modernistisch gleichzuziehen...

Oder ob sie auch «genetisch» vegetativ werden wollen wie er...

Was geschieht, wenn der Westen nicht mehr als Bedrohung empfunden wird, läßt dann mit dem östlichen Widerstand auch die neue Kreativität nach?

Ist die überragende Zahl der asiatischen Völker ein Mittel zum Zweck der Überwindung des relativ menschenarmen Westens oder ein Zeichen unbändigen Lebenswillens?

Wenn der menschenreiche Osten dem menschenarmen Westen auf dem Gebiet der strategischen Techniken sich rapide angleicht, ist die politische Notwendigkeit hoher Geburtenraten vielleicht nicht mehr gegeben.

Indien und China haben es versucht, die Zahl der Geburten zu drosseln; die asiatischen Völker sind - anders als die Weißen - dagegen resistent geblieben.

Der menschliche Faktor spielt - bei aller politischen Zweckmäßigkeit - eben doch eine Rolle.

Die spontane Bereitschaft der weißen Rasse, durch Geburtenreduzierung ihre lebendige Zukunft zu negieren, hat andererseits auch einen strategischen Charakterzug.

Die Weißen setzen auf die technische Karte, die sie vom Menschen an sich mehr oder weniger unabhängig macht.

Sie sehen sich auch biologisch-rassisch als herrschende Minderheit, die über die Mittel und Quellen verfügt, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Mao Tse-tung sagte in seiner unnachahmlichen Einfachheit: Ihr habt die Technik, wir haben die Menschen.

Auch die - heute allenthalben abgewertete - chinesische Kulturrevolution war ein Ideenkrieg zwischen «Prometheus» und dem «Volk des (roten) Buches».

Der Westen - plakativ der Verkünder von Freiheit und Demokratie - ist in Wahrheit die aktuelle geschichtliche Kraft der «prometheischen Oligarchie» gegen die «demokratischen (!) Mehrheiten (!)» des Ostens.

Das Verborgene ist das Abstruse.

Djihad ist Klassenkrieg, ist die Revolution der Entrechteten - des globalen Proletariats - gegen die herrschende Klasse, den minoritären Besitzer und Ausbeuter der Welt.

Der Wind des Kulturpessimismus dreht in den heiligen Sturm der Unterdrückten und an den Rand Gefegten und Ausgehungerten für Freiheit und Gerechtigkeit.

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