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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2007-03-20

Avram Kokhaviv

Unser kollektives Schicksal

Auch wenn wir es nicht verstehen wollen

Seine individuellen Bestandteile

Als hätten wir es in uns, gehorchen wir dem, worauf wir verweilen, was unter uns ist und um uns herum.

Die Geologie bringt uns Herkunft und Zukunft - zeitlos - näher.

Schicksal ist als Fatum der Götterspruch, als Moira das uns Zugeteilte an Weg und Sache.

Die philosophische Aufklärung hatte dem kosmisch Vorgefügten eine Absage erteilt.

Als Freie sollten wir uns begreifen...

Ein allgemeines Bewußtsein der Freiheit entstand hierzulande nicht aus dem Denken, nicht im Laufe der Zeit, es war plötzlich da, wie nach göttlichem Ratschluß: in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945.

In dieser Nacht ging die kollektive Zugehörigkeit verloren...

Seither liegt die Bestimmung - individuell - in jedem von uns.

Die große Straße endete abrupt, aus ihr sind Wege und Pfade wie Ameisen gekrabbelt, hat sich die Zeit neu definiert.

In der Auflösung sucht der Einzelne seinen Weg, findet und erfährt er sein Gesetz.

Der direkte Draht ist wieder hergestellt, der große Verlust wird zum kleinen - bedeutenden! - Gewinn.

Die Welt der heimischen Wortführer existiert nicht mehr, sie ist zusammen gebrochen oder einfach verschwunden.

Das Land wird von fremden Soldaten besetzt und an andere vergeben.

Aus Bombennächten, Flucht und Vertreibung - unserm, wie es schien, gemeinsamen Schicksal - ergeben sich diese und jene - «höhere» - Unterweisungen: folgt die innere Wahl und damit die Entdeckung der individuellen Bestimmung.

Die Niederlage - Entstaatlichung und praktische Auflösung des deutschen Volkes - schiebt den Einzelnen in eine besondere Lage: seine Ausgangsposition.

Neue kollektive Ansprüche kommen zusammen: die Erleuchtung im Augenblick der Niederlage entscheidet:

Freiheit oder Unterwerfung und Tod!

Wer - seinem erkannten Geschick gemäß! - sich nicht unterwerfen kann, entweicht den Zwängen, sonst muß er sterben.

Daß Freiheit etwas mit Fortbewegung zu tun habe, wird eine Erkenntis der Niederlage: in ihr offenbart sich die Verneinung, der Ortswechsel, das Nichts.

Gemeinschaft ist was für die guten Tage, für Feste und Feiern, Gruppenspiele...

Gemeinschaft bewährt sich im Krieg, in der Gefahr, die von organisierten Feinden ausgeht...

Das Kollektiv ist durch andere Kollektive bedingt.

Die Familie läuft auseinander, wenn die Kinder erwachsen geworden sind und der Behütung nicht mehr bedürfen.

Die individuelle Bestimmung sucht und findet ihren Weg, so Gott will.

Wird das Kollektiv zur Gefahr, muß jeder sehen, wo er bleibt oder wie er davonkommt.

Beim Untergang eines Schiffes heißt es beispielhaft: Rette sich, wer kann!

Das ist der erste und letzte Schritt aus hoffnungsloser Situation.

Es besagt auch, daß Kapitän und Schiffsoffiziere ihrer Aufgabe nicht mehr gewachsen waren.

Wer die innere Bedrohung erkennt, denkt über sie hinaus.

Jede Gemeinschaft ist auch Zwangsgemeinschaft, der sich der Einzelne zu fügen, letztlich zu unterwerfen hat.

Als Familie der Entstehung ist die Gemeinde im Menschen angelegt.

Freiheit beginnt mit der Befreiung aus dem Kollektiv.

Kollektive sind Notgemeinschaften.

Äußere - manchmal auch nur an die Wand gemalte - Gefahren halten das Kollektiv zusammen.

Hat die Gefahr Augen und Ohren, gleicht sie dem Gefährdeten aufs Haar, sprechen wir von Kriegsgefahr, von Krieg.

Die Bedeutung des Feindes bestimmt, wenn ich überleben will, auch meine Bedeutung.

Nationen sind aus Kriegen hervorgegangen.

Ob ich als Deutscher, Franzose oder Engländer geboren werde, hat irgendwann ein Krieg entschieden.

Die Geschichte einer Nation ist Konflikt- und Kriegsgeschichte.

Der Krieg zieht die nationalen Grenzen, gibt jedem Volk seine Identität.

Ich erlebe und verstehe mich geboren als Mensch.

Der erste Streit - beim harmlosen Kinderspiel - schafft Identitäten.

Wenn mehrere auf dich losgehen, mußt du Kameraden zu Hilfe rufen, um den Streit zu bestehen.

Der Sieg der einen Clique über die andere stiftet die kollektiven Zusammengehörigkeiten.

Internationale Bündnispartnerschaften spielen in der Geschichte eine große Rolle.

Die Kriegskoalition der Alliierten gegen Deutschland hatte eine immense Prägekraft, die in Krisenzeiten immer wieder zum Vorschein kommt.

Die geopolitischen Zusammenhänge der Gegenseite - also unserer Seite - verbanden in Weltkrieg I Österreich-Ungarn mit Deutschland und der Türkei.

Die implizit wiederkehrenden Versuche Rußlands, an das Bündnis mit Preußen gegen Napoleon anzuknüpfen, um Deutschland für die eurasische Idee zu gewinnen, sind noch relativ schwach, aber unnachgiebig und nicht aussichtslos.

Die euro-islamische Strategie geht von dem alten deutsch-österreichisch-ungarisch-türkischen Verbund aus, der allerdings von den Alliierten zersetzt worden ist.

Deutschland ist nicht mehr souverän, aus Österreich-Ungarn wurden mehrere ethnisch gründende Nationalstaaten, das Osmanische Reich wurde zergliedert und in seinen Teilen ebenfalls nationalisiert.

Der Kemalismus hat der Türkei die historisch-islamische Identität genommen.

Die gesetzlichen Regelungen gegen den Islam - zuvörderst die Einführung des lateinischen Alphabets anstelle der arabischen Schrift - grenzen an kulturellen Völkermord.

Manche Vorgänge warten nur noch auf die treffende Bezeichnung.

Deutschland - heute - hat drei Möglichkeiten:

Auf dem Reißbrett kann es sich entscheiden zwischen a) West, b) Rußland, c) Islam.

Zu a): Die vorrangigen Westbündnisse - NATO, EU aufgrund «gemeinsamer demokratischer Werte» - sind zunächst gesichert.

Zu b): Ein Rückgriff auf den Warschauer Pakt, um ein neues Bündnis mit Rußland zustande zu bringen, ist nicht völlig auszuschließen.

Die heute erkennbaren Bestrebungen Moskaus gehen jedoch in Richtung Deutschland im besonderen.

Für Deutschland wäre ein solches Bündnis - etwa in Weiterentwicklung der «strategischen Partnerschaft» - unter zwei wesentlichen Bedingungen attraktiv:

Rußland müßte 1) mit Deutschland einen generösen Frieden schließen und 2) für die ersatzlose Streichung der Feindstaatenklauseln aus der UN-Charta Sorge tragen.

Andernfalls verläßt Deutschland die Vereinten Nationen und verzichtet auf das fragliche Bündnis mit Rußland.

Zu c): Eine strategische Verbindung mit dem Islam wäre zunächst in einer allgemeinen Grundsatzerklärung verbindlich festzuhalten und dann nach Staaten gestaffelt vertraglich zu regeln.

Die deutsche Verhandlungsposition:

Wiedergewinnung der vollen Souveränität Deutschlands, Infragestellung der Gebietsverluste nach dem Zweiten Weltkrieg: Restitution des Münchener Abkommens von 1938, Anerkennung der Grenzen Großdeutschlands vom 31. August 1939.

Alternativ dazu ist an eine Rekonstruktion von Österreich-Ungarn zu denken.*

Unter der Voraussetzung der Wiedererstehung des Großdeutschen Reiches in den Grenzen vom 31. August 1939 ist ein Bündnis mit dem wieder zu erweckenden Osmanischen Reich das überregionale strategische Ziel.

Eine Sicherheitsgarantie für das israelische bzw. jüdische Volk ist Bestandteil jeder restaurativen Regelung in Europa und dem Nahen Osten.

* Grundlegend ist die Frage, ob die Ergebnisse von Weltkrieg I neben denen von Weltkrieg II verhandelt werden müssen. Im deutschen Interesse ist - ausgehend vom Stand 31. August 1939 - die Revision der Ergebnisse von Weltkrieg II.

Deutschlands Verweigerung:

Verweigern die WK-II-Feinde Deutschland einen ehrenhaften Friedensschluß, so verweigert Deutschland jede weitere Kooperation mit seinen Feinden und falschen Freunden.

Eine Anregung zum stolzen Suizid...

Diese Erwägungen verletzen die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht und damit die mit den Feindstaatenklauseln in der UN-Satzung festgelegten Voraussetzungen für eine Weiterexistenz Deutschlands als - im übrigen «gleichwertig» - anerkannte Nation.

Das Deutsche Reich schlummert im geschichtlichen Untergrund, hat vor der internationalen Gerichtsbarkeit jegliches Recht verloren; wer daran rührt, beschwört für Deutschland eine Katastrophe unbekannten Ausmaßes herauf.

Deutschland erkauft sich seine vasallenstaatliche Existenz mit dem Verzicht auf die ihm zukommende historische Gerechtigkeit.

Jede Infragestellung der im Sinne der Sieger unumstößlichen Rechtslage - sprich: Machtverhältnisse - gilt als aggressive Handlung und kann jederzeit - ohne vorherige Ankündigung - mit der militärischen Fortsetzung von Weltkrieg II geahndet werden.

Deutschland - das deutsche Volk - befindet sich im akuten Kriegszustand, sobald es sich zu seinem historischen Existenzrecht zu äußern anschickt.

Deutschland lebt unter permanenter Kriegsdrohung für jede Verletzung der Bedingungen (!) der Bedingungslosigkeit (!) seiner militärischen Kapitulation.

Ob man das dem deutschen Volk zumuten darf?

Ehre und Würde der Deutschen schlummern mit dem Deutschen Reich im Untergrund der Geschichte.

Solange es ihnen gut geht, verzichten sie, scheint's, gern auf ihre historische Identität und Integrität.

Leben sie nun in Gnade oder Schande?

Deutschland steckt in der Sackgasse und sollte von solchen Überlegungen besser absehen.

Rechtsverhältnisse sind Machtverhältnisse!

Unserm Schicksal werden wir - so oder so - nicht entgehen.

Freiheit ist unser Schicksal!

Selbst wider besseres Wissen.

Befreiung ist - war und wird sein - eine List...

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