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Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert

Nachzulesen im Sammelband:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)
1973 bis 2000 & unveröffentlichte Texte aus 40 Jahren Wüste. Die vielsandigen Vordenklichkeiten des Avram Kokhaviv.
Band 11. Revisionismus-Kritik exklusiv II
Herausgegeben von Alexander Becker / Baraq Kokhaviv
© 2000 kokhaviv publications

1999-00-00

Horst Lummert

Das Ende des Wortes

Die neuen Antagonismen / Beiträge zur demokratischen Eroberung

Komplizierter wird die Lage durch einen anderen Umstand.

Osama bin Laden hat uns ("den Juden", Mann und Weib, alt und jung) den Vernichtungskrieg erklärt.

Das Verhältnis zu Israel und "dem Juden" ist ein Kernstück islamischer Geschichtsidentität.

Es wird schwer sein, dem Islamofaschismus einen authentischen und zugleich demokratischen Islam entgegenzusetzen.

Friede den Hütten und Krieg den Palästen!

Wo stehen die Hütten und wo die Paläste?

Demokratie und Islam in Deutschland haben gemeinsam eine historische Aufgabe zu bewältigen.

Die Demokratie ist durch den Verlust ihrer Sinnwerte in eine lebensgefährliche Krise geraten.

Christentum, Patriotismus und Sozialismus haben es nicht vermocht, der zu Recht- und Gesetzlosigkeit verkommenen Freiheit wieder Substanz zu geben.

Der Islam in Deutschland und Europa ist eine wie von Gott gesandte Gelegenheit, dem abzuhelfen.

Die Erneuerung des Abendlandes durch den Islam ist keine Assimilation, sondern ein dialektischer Prozeß, in dem der Islam selbst sich einen neuen Charakter geben wird, indem er die Grundsätze der Demokratie sich zu eigen macht.

Die Islamisierung Deutschlands und Europas ist kein Diktat, sondern eine freie Entscheidung des Volkes, der Völker, des einzelnen Menschen.

Neue Inhalte - nicht Formen - tun not.

Das "System" funktioniert, nur seine "Betreiber" sind "aus den Fugen" geraten.

Das Haus steht, es soll wieder wohnlich werden.

Der Islam schließt die Klassenproblematik nicht aus:

das projekt YISHMAEL ist ausdrücklich im Dienste der Klassengerechtigkeit konzipiert worden.

Ein torahlinker, sozialrevolutionärer Islam setzt sich vom faschistischen Islam in Deutschland ab bzw. stellt sich diesem entgegen.

Klassenkampf und Islam.

Islam und Klassenkampf.

Der proletarische Klassen-Denkansatz erfüllt das Gerechtigkeitserfordernis, also das, was allen Religionen und Revolutionen ins Buch geschrieben steht, aber nirgendwo durchgesetzt worden ist.

Der Islam als Großes Fahrzeug der Botschaft vom Sinai nimmt endlich Gott für die Rechte der Hütten und Zelte in Anspruch.

In dieser Sache können wir sogar auf Jesus von Nazareth zurückkommen, der die Armen den Spatzen verglich, für die Allah sorgt.

Das Elend der Welt ist ein Hüttenelend, ein Elend der von den Besitzenden Verdammten.

Wir sind Vorübergehende und als solche frei auf Erden und keinem untertan außer Gott.

Daran haben wir uns zu erinnern.

Recht und Unrecht bis ans Ende der Tage.

Das Recht als Maß und Richtschnur, das Unrecht als zu richtende und auszumessende Wirklichkeit.

Wider den Eklektizismus.

Die Zeit, da in Deutschland - vorübergehend - diskutiert wurde, als die Fetzen flogen und die Funken sprühten, die liegt Jahrzehnte zurück.

Der kuckuck ist insofern ein Anachronismus.

Ich versuchte, talmudisches Denken in die Diskussion zu bringen, die permanente Auseinandersetzung, den endlosen Disput, das sich immerfort und von neuem eröffnende Sagen.

Ich bezeichnete die nachbiblische Literatur als torahwidrig, was sie ja auch ist.

Die mündliche Überlieferung sollte nicht aufgeschrieben werden.

Die Gefahr, daß sie verloren gehen könnte, änderte diese einstige Grundauffassung.

Die talmudischen Inhalte sind mir weniger wichtig.

Der Talmud ist eine Methode. Daran halte ich fest. Freunde habe ich mir damit nicht gewonnen. Meine Feinde verstehen mich dafür um so besser.

Ich "widerrufe" jeden Anschein einer Distanz zur jüdischen, nachbiblischen Überlieferung.

Meine immanente Kritik gehört in den ewigen Disput, der außerhalb des Judentums ohnehin nicht begriffen wird.

Und ich "widerrufe" meine Ablehnung des "Zionismus". Meine politische Distanz zum Staat Israel. Ich bin Talmudi &&& Zioni - in einer Zeit der Not und der Bedrängnis um so mehr.

Was sich hier im kuckuck abspielt, ist eine Miniatur politischer Zusammenhänge und Ereignisse.

Die Zeit der Gespräche ist vorbei.

Die Zuspitzungen leiten letzten Endes in kriegerische Auseinandersetzungen über.

Gegen Israel ist sich alle Welt einig.

Die Versuche des kuckuck, das projekt YISHMAEL friedlich in die Wege zu leiten, haben eine eigene Dialektik entwickelt.

Im offenen Gespräch werden Positionen aufgelockert, Prinzipien zuruckgestellt.

Wenn man sich näherkommt, gar sich einigt, werden Ecken rund und Kanten unscharf.

Die Friedenspolitik im Nahen Osten war ähnlich unrealistisch wie jene, die in Europa mit dem Zusammenbruch des Sowjetreiches sich als Geschichtsverhinderungspolitik und also als ein Phantom erwies.

Wer diese Konsequenzen voraussah, wer die "Friedensbewegung" als eine "Kriegsbewegung", als ein Instrument der Destabilisierung der Bundesrepublik Deutschland durchschaute, galt als ebenso kriegslüstern wie der kritische Beobachter des "Friedensprozesses" im Nahen Osten.

Natürlich hat alle Welt in Israel den Störenfried und Fremdkörper erkannt.

Um das auch überzeugend darzubringen, haben die Propagandamaschinerien in aller Welt keine Mühe gescheut, um aus dem Winzling Israel eine Weltgefahr zu machen.

Wie so was angestellt wird, demonstriert Dirk Schröder exemplarisch am Mini-Objekt kuckuck.

Die Propaganda arbeitet wie ein Gebläse: das Kleine wird aufgepumpt.

Im Gegenzug saugt die Pumpe die Luft aus den wahren Riesen der Weltgeschichte.

Es ist klar, daß ich in dieser Situation als überzeugter Zionist meine Rolle weiterspielen muß.

Vielleicht war ich 1967 der erste Kritiker israelischer Politik.

Damals war Israel stark.

Und darum in Deutschland auch so beliebt: Moshe Dajan als der Deutschen liebster Rommel dazumal.

Der Yom-Kipur-Krieg brachte den ersten kuckuck hervor.

Es mußte sondiert werden.

Wie sah's hier eigentlich unter der Decke aus, also etwa im literarisch-politischen "underground".

Die kuckuck federn setzten von vornherein auf einer höheren Ebene an.

Aber auch hier ging's ums Verborgene.

Verdecktes &&& Verstecktes ist ein Element der Zeit, ist "Noch" oder "Noch-nicht".

Die Phasen des kuckuck erweisen sich schließlich als kombinierte Arbeit an derselben Sache.

Fazit: Israel ist der einzige Staat, der sich als Nation legitimiert.

Oder anders: Der Zionismus ist der einzig legitime Nationalismus als einer der souveränen Selbstbehauptung.

Der Staat Israel wird von mehreren Weltmächten existentiell in Frage gestellt.

Den Juden wird als Staatsnation, was ja ein Staatsgebiet einschließt, das Existenzrecht abgesprochen.

Die nationale Selbstverteidigung Israels ist ein Kampf auf Leben und Tod.

Hier erhält der Nationalismus seine historische Berechtigung zurück.

Die anti-israelische ist eine anti-jüdische Dämonologie, von der im kuckuck reich Zeugnis abgelegt wurde.

Die Verbösung Israels ist beispiellos.

Es ist mir eine Ehre, in diesem Weltkrieg nicht auf der Seite der Mehrheit zu stehen.

Notabene: kkk-feder 1 war ein Kind des Golfkriegs.

Wenn ich "Karäer" sagte, so ist dies ein etymologischer Ausflug, der mit der Sekte der Karäer nichts zu tun hat.

Die hebräische Wortwurzel erlaubt die Deutung, daß man auch zu dem, was ich hier tue, "berufen" sein kann.

Meine Feinde haben es immer gewußt, wenn auch nicht wirklich verstanden.

Meine Ohnnacht gilt meinen Feinden als Macht, als Ausdruck einer ihnen unerklärlichen Überlegenheit.

Sie täuschen sich.

Was mir Macht zu geben scheint, ist die Sprache, ist das Wort.

Das Wort aber ist nicht von mir oder kraftlos.

Was als Bedrohung empfunden wird, dafür bin ich nur Sprachrohr, Wortsetzer, ausführendes Organ.

Was bedeutet dies alles?

Ist es wichtig, was ich mit dem kuckuck anstelle - und anrichte?

Richte ich Schaden an, während ich glaube, der Wahrheit einen Dienst zu erweisen?

Was will ich?

Was habe ich zu wollen?

Meine Botschaft lautet: Verflucht ist, wer Israel flucht.

Ja, wir haben verstanden, daß ihr uns vernichten wollt.

Das nehmen wir auf uns.

Und Gott wird es wenden.

Mit dem Siegel-Druck ist der Krieg erklärt, der falsche Friede abgesagt, der Pfeil gebrochen.

Die aggressive Notiz ist die Verkriegerung der Beziehungen.

Wir riskieren alles, wir haben nichts zu verlieren.

Und ein neues Davidsland zu gewinnen.

Paßt nur auf!

Eure große Zahl besagt nichts, wenn Gott nicht auf Zahl setzt.

Wartet ab!

Das modifizierte Kontinuum: aussteigen, ohne auszusteigen.

Wenn es den Feinden Israels gelingt, den Islam für sich zu mobilisieren, erhält das projekt YISHMAEL einen völlig anderen Charakter.

Dann ist es nicht mehr der Bruder, den wir rufen.

Dann wird das "Projekt" zu einer Abwehrmaßnahme.

Wir müssen überlegen, ob es zwischen "Frieden" und "Krieg" noch ein "Drittes" gibt.

Das "Dritte", das wir bisher kennen, ist der Terror gegen die Zivilbevölkerung Israels und die Beantwortung des Terrors mit Gegenterror, mit Anschlägen auf Hisbollah-Milizen und Hamas-Aktivisten.

Das "dritte" Element ist das Unberechenbare, Geheime, Obskure und Okkulte.

Es ist die Stunde derer, die im Dunkeln ihre Fäden ziehen und Netze weben.

Zeit der Assassinen.

Interessant von außen anzusehen, mörderisch in vermittelter Nähe.

Ein tödliches Gespinst und ein Sumpf aus Kumpanei und Zauberei. Osana ben Ladin* (korrekt?).

* Der Name läßt sich als "Gesetzloser" deuten.

Sie wissen, ja, sie wissen, was sie tun.

Sie sind verantwortlich für alles, was sie tun, denken und sagen.

Es gibt keine Gnade für sie.

Keine mildernden Umstände.

Sie wenden deine Worte wider dich.

Ihre Bosheit macht dich frei von jeder Schuld.

Ich stehe zu Israel nicht in seiner Macht, sondern in seiner Ohnmacht, nicht seiner Größe wegen, sondern weil es als so winziges Land den Haß der ganzen Welt auf sich zieht.

Das läßt sich rational nicht erklären.

Israel hat Fehler gemacht, gewiß, aber daß die drei oder vier Millionen Juden auf einem engen Streifen Ost-Strand des Mittelmeers den hundert Millionen und mehr Arabern und den Hunderten Millionen von Moslems in der Welt ein Dorn im Auge seien, muß, falls es denn so ist, etwas mit der dialektischen Spannung zwischen Quantität und Qualität zu tun haben.

Da aber Israel als Staat und Gesellschaft nicht allzuviel Großartiges vorzuweisen hat, selbst die Armee läßt sich relativieren, muß, was "Qualität" betrifft, etwas anderes im Spiel sein.

Ich denke, daß es eigentlich das jüdische Bewußtsein ist, die Überzeugung, außergewöhnlich, ja von Gott selbst auserwählt zu sein, was sich obendrein in den antiken Schriften nachlesen läßt: daß dies die Gemüter ringsum und in der ganzen Welt in Wallung bringt.

Nun wird die Gründung des kleinen jüdischen Staates auf groß angelegte Intrigen und Verschwörungen zurückgeführt, nur leider standen die Juden mit ihrem nationalstaatlichen Anliegen völlig allein da.

Sie fanden nicht nur keine Hilfe, sie hatten es mit einer Welt vieler, allzu vieler und allzu mächtiger Feinde zu tun.

Im nachhinein mag man sich daraus seine Legenden häkeln.

Aber es ist schon so: Nicht die weltliche Macht Judas, sondern seine Ohnmacht war zuletzt sein größter Trumpf.

Ohne Gottes Hilfe, ohne das Zusammentreffen glücklicher und vor allem unglücklicher Umstände wäre daraus nichts geworden. Daß die Zionisten von ihrem Ziel nicht abließen, hat, wie es scheint, ihren alten Gott schließlich doch überzeugt.

Das Judentum ist eine Denkschule.

Eine "Qualität" Israels ist nicht zu übersehen:

Ohne die Initialzündung "Israel" hätte es keine effizienten Befreiungsbewegungen in den nahöstlichen Ländern gegeben, keine Al-Fatah, keine PLO, ohne Israel gäbe es heute weder Hamas, Hisbollah noch überhaupt die islamische Revolution und Renaissance seit Khomeini in Iran, keine Taliban in Afghanistan und keinen erfolgreichen Widerstand der islamischen Völker gegen die Sowjetunion, die heute nicht mehr existiert.

Die Formel "Kein Islam ohne Israel" trifft also nicht nur entwicklungs- und religionsgeschichtlich zu, sie gilt auch für die politischen Umwälzungen der vergangenen Jahrzehnte, ja des ganzen Jahrhunderts.

Sie bleibt gültig und wirksam.

Der Impuls kommt nicht aus irgendwelchen "jüdischen Machenschaften", sondern schlicht aus dem "jüdischen Geist".

Wenn ein Jude sagt, wir sind anders als die Völker, treibt er sie zur Weißglut, bringt sie auf Trab, mobilisiert sie...

Meist ist ihm gar nicht bewußt, was er damit anrichtet.

Er sagt es in aller Unschuld, oft ironisch.

Er ist vielleicht der einzige, der das nicht gänzlich ernst nimmt.

Und mit dem "Anderssein" hat er ja recht, die Geschichte bestätigt es doch:

Das jüdische Volk hat eine andere Entwicklung als "die Völker" durchgemacht.

Es ist nicht zu vergleichen.

Die "Frechheit" der Juden steckt eigentlich darin, daß sie auf ihrer "Besonderheit" bestehen trotz ihrer oft erbärmlichen Situation.

Jahrhunderte lagen sie am Boden und gewissermaßen im Dreck, ohne davon abzulassen:

Wo sie waren, war "oben".

Das mochte ein Bismarck ähnlich von sich sagen, aus Mund und Feder der Juden war es eine Frechheit und schließlich ein Wagnis, was sie regelmäßig auch zu spüren bekamen.

Gott hatte es ihnen eingegeben.

Ihre Feinde aber glauben fester denn je daran, unumstößlich, fixer als die Juden selbst.

Ein mysteriöser Vorgang.

Die Juden werden zu dem, was sie sind, durch ihre Feinde, in deren Bewußtsein und Vorstellung.

Es ist ungeheuerlich: daß der Jude die einfachsten Dinge auch ganz einfach ausspricht, doch in den Ohren seiner Feinde hört es sich an wie hochkompliziert, verwegen, verrucht, irgendwie teuflisch.

Sie machen aus ihm einen Dämon, indem sie auf ihn hören wie auf ein Orakel.

Es ist schwierig, dies nachzuzeichnen.

Ein Jude, der es erlebt hat, denkt, die Leute seien verrückt, eigentlich paranoid, besessen.

Ihre Reaktion auf sein Verhalten und seine Worte erscheint ihm widersinnig, wie hergeholt, aus tiefsitzenden Vorurteilen kommend, es sind angelernte, eingetrichterte Ressentiments.

Man wird nicht als Antisemit geboren.

Wird man aber als Jude geboren?

Wo ist das Problem?

Ist der Jude "normal", ist sein Widersacher "nicht ganz bei sich"?

Aber die Norm wird von der großen Zahl bestimmt.

Jude sein heißt: von minderer Zahl sein und dadurch anders.

Wenn die "große Zahl" in eine neue Qualität umschlägt, wird's gefährlich für die alte.

Was macht den Juden anders, was unterscheidet ihn von den anderen?

Seine Religion ist bekannt.

Sie ist den andern bekannt geworden, spätestens mit der jüdischen Weigerung, eine andere Religion, die Religion der anderen anzunehmen.

Das trennt.

Alle Menschen passen sich neuen Gegebenheiten an, ordnen sich der Mehrheit unter, wechseln Gewohnheiten und Lebensanschauungen, Glauben und Bekenntnis.

Nur der Jude hält am Alten, Überkommenen fest, wie an einem Strohhalm, so mögen die einen meinen; er ist starrköpfig, unbelehrbar, rückständig, harthörig und anmaßend, so die andern.

Er hält sich für was Besonderes.

Seine Auserwähltheit, durch Übersetzungen publik geworden, ist nichts als Größenwahn.

Das erregt die Menschen.

Sie wenden sich von ihm ab, er muß sich nun vor ihnen hüten.

Sie verstehen ihn nicht, er sie um so besser.

Das wird auch umgekehrt.

Vielleicht fängt damit alles an.

Er kann sie sehr gut verstehen und bleibt ihnen ein Rätsel.

Er hat in Jahrhunderten und Jahrtausenden viel darüber nachgedacht und daraus eine Überlebensstrategie entwickelt.

Seine "mündliche Überlieferung", es sind die aufgezeichneten Dialoge der Lehrer und Väter, legt Zeugnis davon ab.

Das ist seine jüdische Geschichte in einer fremden und feindseligen Welt.

Ja, es sind feindliche Seelen, Feindesseelen, die ihn umgeben, sobald er sein Haus, seine Familie, seine Gemeinde verläßt.

Das Besondere am Juden ist seine Sonderheit, sein absonderliches Dasein inmitten oder am Rande der anderen Menschen.

Sie sondern ihn aus und ab, er sondert sich aus und ab.

Wenn jene ihn absondern, so trifft hier auch der wörtliche Doppelsinn zu: sie sondern ihn ab wie etwas vom Eigenen, aber Verpönten, Verderbten, Verdorbenen, Unreinen, Bösen.

Sie scheiden ihn aus.

"Auseitern" nennen es die Anthroposophen.

Juden und ihre Feinde sehen sich wechselseitig jeweils dem Bösen gegenüber.

Antisemiten sind von einer magischen Feindseligkeit besessen.

Sie wirkt wie ein Gift in ihnen, dessen Opfer sie am Ende selber sind.

Sie tragen schwer daran.

Eine Gottesknechtschaft besonderer Art.

Die Auserwähltheit eines natürlichen Satelliten.

Merke: Dreimal Jehudah ist die Wahrnehmung Israels.

Ein Islam, der Israel bekämpft, trifft seine eigenen Wurzeln, beschädigt sich selbst.

Der Krebsschaden des Christentums ist sein Kampf gegen "den ewigen Juden", gegen das ewige Wissen, ist das Giften wider die Erfahrung und die Erkenntnis Gottes.

Darum ist "verflucht, wer Israel flucht", wie ein Kind, das seinen Eltern flucht, seinen Vätern und Lehrern.

Aus dem Ochsenstachel ward ein Fischerhaken, aus Jehudah längst Juda, und das heißt: aus Sohn und Stamm Jakobs das Wissen Israels.

online-Fassung

kuckuck
feder 25/26
I./II. quartal 1999
26. Feb. 1999

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Horst Lummert in kuckuck (kulikri)

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