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Beiträge zur demokratischen Eroberung
2001-06-09
Einige Grundsätze monotheistischer Weltkulturen, zu denen auch die christliche Europas gezählt wird, seien ins Gedächtnis zurückgerufen:
1. Du sollst nicht morden!, heißt es im Dekalog.
2. Menschliches Leben beginnt mit der Verschmelzung der Ei- mit der Samenzelle, sagt die christliche Theologie.
3. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, stellt das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland fest.
4. Der gutgemeinte Zweck heiligt nicht böse Mittel, stellen alle großen Philosophen fest.
Daraus folgen die Konsequenzen, daß kein menschliches Leben ermordet werden darf, ob es sich um ungeborenes oder geborenes handelt, ob es ein christliches, jüdisches, buddhistisches, muslimisches oder hinduistisches ist, ob es ein arisches, semitisches, indisches oder afrikanisches ist, ob es ein weibliches oder männliches Leben ist.
Der Nazismus war ein Kulturbruch, weil er sich gegen die oben genannten Grundsätze der monotheistischen Weltkulturen offen aufgelehnt hat.
Kürzlich sprach sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Clement (SPD) zugunsten des Wissenschafts-Standortes Bonn für den Import von Stammzellen aus einem Institut in Haifa aus. Die Entnahme von Stammzellen aus Embryonen, also ungeborenen Menschen, hat deren Tod zur Folge, ist deshalb Mord. Diese Embryonen aus Haifa stammen vermutlich mehrheitlich von Ei- und Samenzellen jüdischer oder arabischer Herkunft, die in vitro vereinigt worden sind.
Die Frage drängt sich auf, ob Mord erlaubt ist. (Jüdische Gelehrte weisen darauf hin, daß das göttliche Gebot nicht lautet, "Du sollst nicht töten!", sondern, "Du sollst nicht morden!".) Die weitere Frage drängt sich auf, ob die christliche Auffassung des Lebensrechtes der Ungeborenen ungültig gemacht werden soll. Auch stellt sich die Frage, ob das Leben von jüdischen oder arabischen Ungeborenen geringer wiegt als das von deutschen Ungeborenen. Dazu kommt die Frage, ob der Ertrag tausendjähriger Philosophie weggewischt werden soll.
Um diese Fragen zu verdeutlichen, sei überspitzt die letzte aufgeworfen, ob Semitenmord wieder erlaubt werden soll, sozusagen an der wissenschaftlichen Selektionsrampe von Bonn im Reiche des SPD-Landesfürsten mit dem an die Clementia erinnernden Namen.
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